Natürliche Pferdefütterung

Was versteht man darunter?

Darunter versteht man die artgerechte Ernährung, die sich am Vorbild der Natur orientiert. Die Basis dafür bilden hochwertiges Heu und frisches Weidegras. Zudem gehören Kräuter, Beeren, Blätter, Rinden, Wurzeln und Algen zu einer vielfältigen Ernährung dazu und bilden somit die Bausteine für die artgerechte Fütterung.

Diese Komponenten werden möglichst unverarbeitet angeboten, sodass die enthaltenen Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine bestmöglich bioverfügbar bleiben und somit die Nährstoffe optimal vom Körper aufgenommen und verwertet werden können.

Bei dieser Form der Fütterung verzichtet man komplett auf synthetische Mineralien oder Vitamine.

 

Und was ist nun der Unterschied zur naturnahen Fütterung?

Die naturnahe Fütterung ergänzt dieses Konzept durch die gezielte Gabe von Mineralstoffen und Spurenelementen aufgrund des tatsächlichen (Mehr-)bedarfs des Pferdes nach dem Prinzip „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“.

So unterstützen wir das Wohlbefinden auf ganzheitliche Weise.

 

Warum die Darmgesundheit entscheidend ist

Ein zentrales Ziel meiner Beratung ist die Förderung eines gesunden, stabilen Darmmikrobioms. Da rund 70 % des Immunsystems im Darm sitzen, bildet die natürliche Pferdefütterung die wichtigste Grundlage für die Vitalität Deines Pferdes. Ein intaktes Verdauungssystem stärkt die Abwehrkräfte nachhaltig.

Es ist mittlerweile gut erforscht, dass das Darmmikrobiom unzählige Auswirkungen auf die Gesundheit des Pferdes hat und eine Dysbiose zu einer Reihe von Erkrankungen wie z.B. Allergien, Atemwegserkrankungen, Darmentzündungen und anderen Verdauungsproblemen, Stoffwechsel- und Hormonstörungen (Equines Metabolisches Syndrom, Insulinresistenz, Hufrehe und PPID – vormals Equines Cushing Syndrom) führen kann.

 

Wichtig: Eine natürliche oder naturnahe Futterberatung ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Sie stellt kein Heilversprechen dar und kann lediglich begleitend zur Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens eingesetzt werden. 

 

Mein Weg zur  natürlichen Pferdefütterung

Im Sommer 2014 kam ich unerwartet zu meinem eigenen Pferd – von der Mitreiterin zur Pferdebesitzerin. Rocky (eigentlich Rosezana Quixote und Namensgeber für Roselia) war damals 11 Jahre alt und ist ein American Quarter Horse.
Ich übernahm ihn als Kopper und mit dem Wissen, dass er immer wieder zu Koliken neigt. Er ist ein sensibles Pferd, das bereits früher Mag
engeschwüre hatte, doch welche Bedeutung das später für mich haben würde, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst.

In den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Kolikphasen – vor allem dann, wenn die Haltungsbedingungen nicht optimal waren, etwa durch zu wenig Heu bzw. zu lange Fresspausen.

Der Wendepunkt kam im Sommer 2024. Nach einer Haltungsumstellung hatte Rocky tagelang hohes Fieber, zeigte immer wieder leichte Koliksymptome und verlor innerhalb kürzester Zeit fast 70kg Körpergewicht. Wir entschieden uns für einen Klinikaufenthalt. Dort wurden eine Gastroskopie, sowie eine Darmbiopsie durchgeführt – und endlich hatten wir eine Diagnose: Magengeschwüre und IBD (Inflammatory Bowel Disease), also eine chronische, hochgradige Darmentzündung.

Über knapp drei Monate versuchten wir, ihn mithilfe von Medikamenten und dem Futterplan der Klinik wiedeaufzubauen. Den entscheidenden Durchbruch erzielten wir jedoch erst, als ich die Fütterung grundlegend hinterfragte und selbst auf eine naturnahe Fütterung umstellte.

Bereits zwei Monate nach der Umstellung hatte Rocky deutlich an Gewicht zugelegt. Die Magensymptome waren vollständig verschwunden, und auch der Darm zeigte eine klare Besserung – obwohl ich mich bewusst gegen eine Behandlung mit Kortison entschieden hatte.

Heute wiegt Rocky sogar mehr als vor seiner Erkrankung. Trotz seines Alters konnte er wieder gut Muskulatur aufbauen und sogar gemeinsame Ausritte sind wieder möglich. Durch das Wissen, das ich mir in dieser Zeit aneignen durfte, erkenne ich heute frühzeitig die Anzeichen, wenn der Darm aus dem Gleichgewicht gerät.
Rückblickend bin ich überzeugt, dass die Darmentzündung bereits Jahre zuvor ein Thema war – man konnte sie damals nur nicht richtig diagnostizieren.